Meine Damen und Herren!

Aus aktuellem Grunde greife ich an dieser Stelle einen Satz unseres Bundespräsidenten a.D. Roman Herzog in abgewandelter Form auf. Warum tut er das, werden sich einige fragen. Ich antworte, aus zweierlei Gründen: Zum einen stand wieder einmal eine Wahl des Bundespräsidenten an, und so fiel mir dieser Satz ein, zum anderen erscheint mir die Bundesrepublik Deutschland nicht nur von Politikverdrossenheit, die jeder beklagt und wenig dagegen tut, gezeichnet, sondern ebenso sehr die internetforennutzende Fotografie von einer unglaublichen Knipsverdrossenheit in eben jenem unserem Lande. Analog zur Politik wird auch hier geklagt, was nur möglich ist, aber wenig Abhilfe geleistet. Aus diesem Grunde sah ich mich veranlasst, an meine Gedanken der MPhinF anzuknüpfen und ein paar Denkanstöße zur Knipsverdrossenheit vorzustellen.

Lassen Sie mich zunächst meine Beobachtung schildern: Die internetforennutzenden Fotografen versammeln sich zunehmend an jenen Orten, die ihnen vertraut sind und die sie “ihr” Forum nennen, um lediglich Kommentare abzugeben. Dabei fällt auf, dass die wenigen Bilder, die hier gezeigt werden, oftmals fragwürdigen Charakter haben. Aber an Stelle einer Präsentation von guten und interessanten Bildern, wird in interessanter Weise provoziert oder wider besseren Wissens gehandelt.

Auffallend ist weiterhin, dass viele Nutzer einen enormen Zeitaufwand verwenden, um alles zu kommentieren und überall ihre persönliche Meinung anzubringen, die in erheblichem Maße den Grundsätzen der MPhinF widerspricht. Dabei erscheint die Lösung des Problems so nahe: Gehen Sie raus, machen Sie Fotos! Es muss ein Bild durch Deutschland gehen! Nein nicht nur eins, viele! Lassen Sie sich nicht durch Begriffe wie Bilderflut oder ähnlichem abschrecken. Zeigen Sie uns, dass Sie es wirklich können und wir uns freuen, die MPhinF darauf anwenden zu dürfen.

Um aus diesem Dilemma herauszutreten sind also folgende Punkte wichtig:

  1. Klagen Sie nicht, handeln Sie!
  2. Denken Sie daran, wir haben nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten, gerade hier!
  3. Daraus folgt: Fotografieren Sie, was das Zeug hält. Gute Bilder werden in jedem Fall dabei sein.
  4. Beachten Sie bei Ihren Bildern, wie auch bei jenen der anderen, die MPhinF. Sowohl vor dem Einstellen, als auch bei der Besprechung.
  5. Beherzigen Sie Lübke und denken Sie nicht: “equal goes it loose…”, um ein Bild so richtig niederzumachen, sondern reflektieren Sie Ihr Werk und das der anderen!
  6. Denn: “Der einzige Mist, auf dem nichts wächst, ist der Pessimist” (Heuss).

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit und bitte um eine ordentliche Diskussion des hier Vorgestellten.

Mit den besten Grüßen,
Ihr tf

5 Antworten to “Es muss ein Bild durch Deutschland gehen”

  1. str sagt:

    Knipsverdrossenheit wäre nicht so gravierend wie Knipsvergessenheit.
    str.
    PS: Appelle verrauschen in Raum und Zeit wie Blitzlicht beim Photographieren des Mondes. Bilder bleiben. str.

  2. mnutzer sagt:

    Keine Lust am Knipsen sehe ich weniger als fehlende Lust und Zeit zur ausufernden Weiterverarbeitung. Der “Workflow” ist viel zu umständlich.

  3. M oebi sagt:

    “Es muss ein Bild durch Deutschland gehen”

    Wozu?

    M oebi

  4. kaan sagt:

    “Es muss ein Bild durch Deutschland gehen”

    Ja!

  5. s.m.e.p. sagt:

    Irgendwann hat sogar die schlimmste Flut ein Ende.

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